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Laufenburg

In Engelberg drehten Freschta und Lepardo das Video zu ihrem Song «Gemeinsam». Foto: Cinematic Videos

Es gibt Begegnungen im Leben, da weiss man einfach, dass es passt und dass man gemeinsam etwas schaffen will. Genau diesen Plan haben auch Sängerin Freschta Akbarzada aus Baden und Rapper Lepardo – mit bürgerlichem Namen heisst er Massimo Gannuscio – aus Laufenburg. Am Freitag erscheint ihre gemeinsame Single, die passenderweise den Titel «Gemeinsam» trägt. Ein Tag, der für die beiden den nächsten Schritt auf ihrer Karriereleiter zu Profimusikern markieren soll.
JÖRN KERCKHOFF

Beide haben schon erste Erfolge aufzuweisen. Freschta schaffte es bei der Castingshow «The Voice of Germany» bis ins Finale, anschliessend nahm sie mit Rapper Sido den Song «Meine drei Minuten» auf, der in den Schweizer Charts Platz vier erreichte, in Deutschland immerhin auf Platz 33 kam. Lepardo fiel bei der Castingshow «my coke music» erstmals Rapper «Stress» auf, der dort in der Jury sass. In die Liveshows schaffte es Lepardo damals nicht, aber das sei für ihn nur der Ansporn gewesen, sich noch mehr reinzuhängen und sein Ziel zu verfolgen. Und das mit Erfolg: Mit seinem Song «Kein Halt» landete er bereits auf Platz eins der Schweizer Download-Charts – noch vor «Bligg». Auch wenn die beiden nicht weit entfernt voneinander leben, brauchte es doch eine Zeit, bis sich die 25-jährige Freschta und der 23-jährige Lepardo – am Freitag feiert er seinen 24. Geburtstag, da wäre ein gelungener Start der Single natürlich das perfekte Geburtstagsgeschenk – über den Weg liefen.

«Gemeinsam» eigentlich als Soloprojekt geplant
Der Song «Gemeinsam» stammt aus der Feder von Lepardo. Es geht darum, dass es einem nicht immer gut geht, dass man gemeinsam aber vieles bewältigen kann. «Gemeinsam können wir alles schaffen, du bist nicht einsam, ich begleite dich wie ein Schatten», lautet eine Textzeile. Kein Song, der unbedingt für die aktuelle Corona-Krise steht, aber natürlich auch in diese Zeit passt. «Es ist eigentlich ein Song für jedermann, weil jeder solche Situationen kennt», macht Lepardo deutlich, dass sein Musikstil des Rap natürlich bevorzugt von jungen Leuten gehört werde, die Inhalte seiner Songs aber eine breite Masse ansprächen. Ursprünglich war der Song als Soloprojekt geplant gewesen, «aber während der Produktion habe ich gemerkt, dass irgendetwas fehlt», erzählt Lepardo. Vielleicht nicht verwunderlich, denn der Titel «Gemeinsam» schreit ja förmlich nach einer zweiten Stimme.
«Ich war schon immer ein Fan von Sido und auch von Freschta. Ihre Stimme hat mir enorm gut gefallen», erklärt der Rapper, wie er auf die Idee kam, die 25-Jährige als Sängerin für den Song dazuzuholen. Er und sein Produzent Matthias «Klinge» Hardegger wandten sich an das Mangement von Freschta und schickten den Song gleich mit. «Ich habe sofort gemerkt, dass der Text und die Melodie zu mir und meiner Stimme passen», erzählt Freschta von ihrer ersten Reaktion. Und so kam es, dass die beiden sich erstmals in Einsiedeln trafen. «Es war erstmal ein Kennenlernen», so Freschta. Aber offenbar stimmte die Chemie zwischen den beiden Nachwuchsmusikern, denn unmittelbar nach dem Kennenlernen ging es an die gemeinsame Arbeit.

Voll auf die Arbeit konzentriert
In Engelberg drehten Freschta und Lepardo das Video zu ihrem Song «Gemeinsam». Foto: Cinematic VideosBeinahe ein halbes Jahr feilten sie an dem Song, bis er endlich so war, wie alle es sich vorstellten. Ende Januar begann auch der Dreh für das Video in Engelberg mit den Experten von Cinematic Videos. «Danke an alle, die uns dort vor Ort geholfen haben», schickt Lepardo bei der Gelegenheit auch gleich noch einen Gruss in die Zentralschweiz. Dabei war die Arbeit natürlich auch geprägt von Corona. Gerade mal fünf Leute waren an der Arbeit beteiligt. «Sonst ist da immer viel mehr los, aber so konnten wir uns tatsächlich auf das Wesentliche konzentrieren und haben einen Song geschaffen, der für uns perfekt ist, wie er ist», freuen sich beide über das Endprodukt. «Es ist schon eine schwierige Zeit, aber ich will nicht herumjammern», zeigt sich Lepardo demütig – meist nicht gerade die Eigenschaft, die einem bei einem Rapper zuerst auffällt, und allein deswegen schon besonders. «Die Situation ist gerade, wie sie ist, und wir müssen versuchen, damit klarzukommen. Es gibt Menschen, die sehr darunter leiden, weil sie psychische oder wirtschaftliche Probleme haben. Da kann ich nicht daherkommen und mich beklagen, dass es gerade etwas schwieriger ist, Musik oder Werbung für unseren Song zu machen», zeigt sich Lepardo sehr geerdet.
Überhaupt sind den beiden die ersten Erfolge im Musikgeschäft offenbar überhaupt nicht zu Kopf gestiegen. «Es wäre toll, wenn es mit der Musik klappt. Aber wenn nicht, gibt es auch andere Wege im Leben», so Freschta. Mindestens 50 Prozent des Erfolgs seien vom Glück abhängig – eher mehr. Das ist beiden bewusst. Talent und erste Erfolge bedeuteten eben nicht, dass die grosse Karriere vorprogrammiert sei. «Aber ich bin auch überzeugt, dass sich harte Arbeit irgendwann auszahlt», macht die Sängerin deutlich, dass sie bereit ist, dem Glück mit Energie und Geduld auf die Sprünge zu helfen. „Ich hatte ein Gespräch mit Sido und er hat mir gesagt, dass der Erfolg nicht von heute auf morgen kommen muss, sondern dass es vielleicht sogar besser ist, wenn er sich langsam entwickelt.“

Grosse Spannung, aber keine Release-Party
Trotzdem hätten Freschta und Lepardo natürlich nichts dagegen, wenn ihr gemeinsamer Song ab Freitag durch die Decke gehen würde. Er wird ab 0 Uhr auf allen Streaming-Plattformen zu hören sein. Eine Release-Party – die Musikszene kommt nicht ohne Anglizismen aus – wie sonst beim Erscheinen einer Single üblich, wird es in diesem Fall nicht geben. Auch da macht Corona einen Strich durch die Rechnung. Aber die Nacht werden die beiden wohl trotzdem durchmachen. „Wir werden wahrscheinlich nicht schlafen“, erzählen beide. Und natürlich hoffen sie, dass viele Leute ihren Song anhören und vielleicht auch die Radiostationen ihn am Freitag schon spielen.

Hoffnung, dass es auch bald wieder Liveauftritte geben wird
Eine weitere Zusammenarbeit haben Freschta und Lepardo erst einmal nicht geplant, für die Zukunft sei dies aber auch nicht ausgeschlossen. „Wenn es einen Song gibt, der für uns beide passt, dann sehr gerne“, erzählt Freschta. Zunächst werden sie aber mal wieder ihre eigenen Projekte verfolgen und sie hoffen natürlich beide darauf, dass es auch bald wieder möglich sein wird, vor Publikum aufzutreten. Das sei schon nochmal etwas anderes, wenn man eine unmittelbare Rückmeldung bekomme, wie den Leuten die eigene Musik gefalle. Klickzahlen im Internet seien auch schön, aber ein Musiker brauche natürlich die Bühne und das Publikum davor. Die Atmosphäre eines Liveauftritts ist eben durch nichts zu ersetzen.

Bilder: In Engelberg drehten Freschta und Lepardo das Video zu ihrem Song «Gemeinsam». Fotos: Cinematic Videos

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